© Land Tirol

lokale Projekte - update

am 28.11.2015 in Ski & Snowboard

Vor dem Start der Skitourensaison laufen die Vorbereitungen in allen lokalen Projekte. Wir haben einen Überblick gestaltet.

Es ist kurz vor 9 und ich stapfe vom Bahnhof kommend durch St. Anton – ich bin heute der einzige mit Skiern auf der Schulter – das wird nächste Woche am Start der Skisaison wohl anders sein. Ich habe eine anstrengende Woche hinter mir und brauch‘ dringend frische Luft. Bei der Galzigbahn zieh‘ ich die Felle auf und starte los, gleich bin ich im vertrauten Trott, nur das Surren und Zischen der Schneekanonen begleitet mich - Zeit nachzudenken über die letzte Woche.

Montag - Präsentation des Freerideprojektes Kitzbühel mit allen Beteiligten und viel Prominenz im Rasmushof. Letzte Woche haben Cordula, Franz und ich hier schon mit den Grundeigentümern diskutiert. Die meisten Bauern haben nichts gegen die Skifahrer, wollen aber nicht, dass sie für Unfälle von Freeridern auf ihren Hofflächen haftbar gemacht werden und haben auch Bedenken, dass neue Durchfahrtsrechte entstehen könnten. Der Vorschlag der Landwirtschaftskammer, das Schutzgut „Hofstelle“ einzuführen, wo auf besondere Gefahrenquellen hingewiesen und die Durchfahrt bis auf Widerruf gestattet wird, wird nach vielen Fragen mehrheitlich akzeptiert. Die große Präsentation des Konzeptes durch Cordula und Franz stößt deshalb auf große Zustimmung und es werden zahlreiche Schritte vereinbart, wie wir bereits im heurigen Winter die vereinbarten Schutzzonen unters „skifahrende Volk“ bringen wollen.

© Land Tirol
Das Bild zeigt einen Präsentationsraum, in dem ein Vortrag zum "Freeride Projekt Kitzbühel" gehalten wird. Die Zuhörer sitzen in an einem U-förmigen Tische.
© Land Tirol
Skitourengeher entfernen sich von einem Schild, auf dem Wildschutzzonen gekennzeichnet sind. Wald und Berg im Hintergrund.

Dienstag - Arbeitskreis Sellrain - fast ein Heimspiel - alle Beteiligten kennen sich und wir können die Aufgaben für die kommenden Winter untereinander verteilen: Wer stellt die Schilder im Gelände auf und wo sind die optimalen Positionen, um an einigen wenigen neuralgischen Stellen ein unabsichtliches Einfahren in Fütterungsbereiche und Rauhfusshuhnhabitate zu verhindern? Wie sollen die Panoramatafeln genau ausschauen? Welche Touren zeichnen wir ein und welche lassen wir weg? Wir sind uns schnell einig und haben alle ein gutes Gefühl mit dem, was wir gemeinsam vereinbart haben. Ich bin schon gespannt, wie unsere Maßnahmen im Winter wirken.

Mittwoch – Standorte für die LVS Checkpoints im Wipptal im Gelände festlegen und Stangen montieren – ein gemeinsames Projekt der Gemeinden und der Bergrettung, das über ein LEADER-Projekt finanziert wird. Bis zum Abend ist Dank der perfekten Organisation (LEADER BÜRO+Bergrettung+Gemeinden) alles unter Dach und Fach. Wir erhoffen uns dadurch einen Beitrag zur Sicherheit und bekommen durch die integrierten Zählstationen auch Aussagen zur Begehungsfrequenz der Skitouren.

© Land Tirol
Das Bild zeigt zwei Männer, die eine Stange an einem Weg fixieren. Die Landschaft rund herum ist verschneit.
© Land Tirol
Das Bild zeigt eine verschneite Berglandschaft. In der Mitte erkennt man die Spur eines Skifahrers.

Mittwoch Abend -  Vorstellung des Ski- und Snowboardtourenkonzeptes im GHF Olpererblick in Schmirn. Die Gaststube ist voll mehr als 40 Interessierte sind gekommen: Jagd, Grundeigentümer, Alpenverein, Bergführer, Bergrettung, Bürgermeister. Nach meiner Präsentation drehen sich viele Fragen um die Sorge, dass durch die Schutzzonen ein Schilderwald in der Natur geschaffen wird. Alpenverein und Bezirksforstinspektion sind zu Recht stolz darauf, dass die bisherigen Lenkungsmaßnahmen durch die gezielte Anlage von Schneisen im Wald auch ohne Schilder super funktioniert haben. Ich bemühe mich klarzustellen, dass Schilder nur sehr sparsam im Bereich unter der Baumgrenze eingesetzt werden sollen und dass wir im Sellraintal bei mehr als 50 Skitouren nur bei 6 Skitouren Lenkungstafeln einsetzen. Auch mein Hinweis, dass Tafeln keinesfalls verpflichtend sind, wenn sanfte Lenkungsmaßnahmen (Parkplätze, Schneisen) ebenfalls zum Erfolg führen überzeugt die Kritiker nicht restlos. Ein wenig nachdenklich mache ich mich auf den Heimweg.

Inzwischen habe ich die Ulmerhütte erreicht, hier gibt’s keine Schneekanonen mehr, auch den Talnebel ist jetzt unter mir und die Berge liegen in strahlendem Sonnenschein. Am Schindlergrat habe ich mein Tagesziel erreicht und wechsle in den „Abfahrtsmodus“. Die erste Spur ins Schindlerkar zu legen, ist ein besonderer Genuss – im Hochwinter gelingt das wohl nur ganz selten. Auf jeden Fall ein gelungener Start in die heurige Skitourensaison

Kommentar hinzufügen
* - Pflichtfeld
*


*
Keine Kommentare
Nach oben