Hirsche bei der Winterfütterung
Der Rothirsch
Hirsche bei der Winterfütterung
Der Rothirsch

„Es gib‘ a Zeit da brauchsch dei Ruah“

Wer wird schon gerne beim Essen gestört - da geht's dem Hirsch ganz ähnlich wie dem Menschen. Allerdings hat die Störung beim Hirsch auch Folgen, an die wir Menschen gar nicht denken.

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grau weiße Schräge zur optischen Gestaltung.

Spezifische Charakteristik - Ernährung im Winter

Das Rotwild ernährt sich, solange vorhanden,  von Gräsern und Kräutern sowie Blättern und Trieben. Im Winter ist die Nahrung weniger gehaltvoll und hat einen höheren Rohfaseranteil. Rotwild  ist  in der Lage, ohne Fütterung,  seinen Energiebedarf erheblich zu reduzieren, wenn winterliche Nahrungsknappheit dies erfordert.

 

 

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Ein Hirsch beim Fressen an einem Fütterungsstand.
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im Vordergrund: Schild, dass eine Skitourenroute kennzeichnet. Im Hintergrund: 3 Tourengeher, die die erwähnte Route benutzen.

Auswirkungen von Störungen

Wenn Rotwild durch Störungen von der Fütterung vertrieben wird, braucht es  eine gewisse Zeit, um sich auf den plötzlichen Nahrungsengpass einzustellen. Kurzfristige Ausfälle bei der Winterfütterung, bzw. wenn Tiere auf Grund einer Störung nicht mehr zur Fütterung kommen, können deshalb Probleme verursachen und zwar umso mehr, je üppiger gefüttert wird. Kommt es zu einer Störung bei der Fütterung und gehen die Tiere nicht mehr zur Fütterung, müssen sie übermäßig viel Nahrung im umliegenden Wald aufnehmen. Sie schälen dann auch vermehrt die Rinde von Bäumen ab, wodurch die Bäume frühzeitig absterben oder von holzerstörenden Pilzen (Rotfäule) befallen werden.

Rotwild reagiert stark auf überraschende Störungen abseits von Wegen, hingegen gewöhnen sich Tiere an viel begangene Wege bzw. Aufstiege und zeigen bei einem geringen Abstand von ca. 50 m schon kein Fluchtverhalten mehr.

Ruhe im Fütterungs- und Einstandsbereich ist daher ein wesentlicher Faktor zur schadensfreien Überwinterung.

Gefährdungsstatus

Der Rothirsch ist in ganz Mitteleuropa verbreitet, die Bestände nehmen tendentiell seit Jahrzehnten zu und das Verbreitungsareal wird eher größer.

Der Großteil des heimischen Rotwildes überwintert in der Nähe von Fütterungen in den bei den  Jägern bekannten Einstandsgebieten. Derzeit gibt es in Tirol mehr als 700 Rotwildfütterungen, wobei nur ein geringer Teil in der Nähe  von bekannten Schirouten liegt  (deutlich unter 10%).

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Kopf eines Hirsches mit breitem Geweih.

Verhaltensregeln:

Tierart Eigenheit Zu beachten:
Rothirsch 95 % überleben im Winter in der Nähe der Fütterungen; reagieren gelassen auf berechenbare Störungen, mit ausreichender Entfernung, aber hoch sensibel auf unberechenbare Gefahren; Fütterung wird bei Störung evtl. gemieden mit fatalen Folgen für Tiere und Wald Fütterung und Einstandsbereich der Hirsche unbedingt meiden! Auf Lenkungspfeile achten! Verlegen von Skitouren bzw. Fütterungen
Reh Hält sich im Winter im Nahbereich der Fütterungen auf, duckt sich und flüchtet weniger weit; kommt nach einer Störung wieder zur Fütterung; erhöhter Energiebedarf bei Störung besonders während hoher Aktivität in der Dämmerung Rehwildfütterungen sollen im weiteren Umkreis gemieden werden, in der Nähe einer Fütterung auf der Forststraße bleiben; im Waldbereich und an Waldrändern keine Touren in der Dämmerung
Alle Wildarten Aktivität in der Dämmerung Möglichst keine Touren in der Dämmerung und ansonsten auf Forststraßen und Skipisten bleiben. Lokale Skipistenregelungen beachten!
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Verschneiter Hochgebirgswald. Im Hintergrund mit Wolken bedecktes Tal.

Tiroler Ski- und Snowboardtourenkonzept

Bei der Erstellung des Tiroler Ski- und Snowboardtourenkonzeptes haben wir uns gemeinsam mit Wildökologen, Jägern und Naturschutzxperten intensiv mit den Auswirkungen von Ski- und Snowboardtouren auf Flora und Fauna im Gebirge auseinandergesetzt.

Wenn du weitere Informationen zu den Schutzgütern benötigst und wissen willst, wie wir zur Auswahl unserer Schutzgüter gekommen sind, findest du alle Grundlagen im unten zum Download bereitgestellten Tiroler Ski- und Snowboardtourenkonzept.

 

 

Kontakt:

Anna Koch

Land Tirol - Abteilung Waldschutz

Bürgerstr. 36, 6020 Innsbruck

info@bergwelt-miteinander.at

Tel.: +43 512 508 4609

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