Ausgesetztheit sichtbar machen
Nicht jeder Bergweg fühlt sich gleich an. Die Ausgesetztheitskarte macht sichtbar, wo entlang eines Weges erhöhte Absturzgefahr besteht und welche Konsequenzen ein Fehltritt haben könnte. So können Bergwander:innen exponierte Passagen bereits bei der Tourenplanung erkennen und ihre Route besser an Erfahrung, Können und persönliche Komfortzone anpassen.
Legende & Anwendungsbeispiele
Die ersten vier Klassen zeigen die Ausgesetztheit in Form einer aufsteigenden Skala und sind folgendermaßen definiert:
Die Ausgesetztheit ist an einer Stelle bzw. für einen Abschnitt
- gering (grün)
- mäßig (gelb)
- hoch (orange)
- sehr hoch (rot)
Die fünfte Klasse (pink) gibt eine Zusatzinformation zu potentiellen unmittelbaren Absturzbereichen direkt angrenzend zum Weg.
Diese in pink dargestellte Klasse zeigt sich als schmales Band, da sie auf einem schmäleren Korridor direkt unterhalb anschließend am Weg berechnet wurde. Sie signalisiert potentielle Absturzbereiche direkt angrenzend an den Weg.
Die Übergänge zwischen den vier Ausgesetztheitsklassen sind fließend zu verstehen.
Die Ausgesetztheitskarte dient als Orientierung und als Hilfe für die Tourenplanung. Eine eigenverantwortliche sorgfältige Prüfung im Gelände und eine korrekte Selbsteinschätzung werden durch diese Karte nicht obsolet.
Folgende Tabelle gibt einen detaillierten Einblick in die Legende bzw. wie die einzelnen Klassen zu verstehen sind.
| Farbe in Legende |
Ausgesetztheit | Physische Wirkung Stolpert oder rutscht man vom Bergweg, dann … |
Psychologische Wirkung | Konsequenzen | Bergweg-Klassifikation z.B. Tiroler Wander- und Bergwegekonzept |
|---|---|---|---|---|---|
| gering | … bleibt man an Ort und Stelle liegen. | Keine besondere Wirkung | „Da passiert dir nicht viel!“ Verletzungen sind unwahrscheinlich |
mittelschwierig | |
| mäßig | … ist ein kurzes Rutschen/Abkullern möglich, man stoppt aber umgehend von selbst. | Abhänge werden wahrgenommen, wirken aber nicht bedrohlich. |
„Da kannst du dir weh tun!“ Verletzungen sind möglich. |
mittelschwierig | |
| hoch | … ist ein weiteres Abkullern möglich. … ist ein Stehenbleiben durch aktives Bremsverhalten in der Regel noch möglich. |
Abhänge werden als steil wahrgenommen, wirken aber kaum bedrohlich. |
„Da wirst du dich schwer verletzen!“ Schwere Verletzungen sind wahrscheinlich. |
mittelschwierig | |
| sehr hoch | … ist ein weites Abkullern/Überschlagen wahrscheinlich. … ist ein freier Absturz möglich. … ist ein Stehenbleiben trotz aktivem Bremsverhalten schwierig oder unmöglich. |
Freie Tiefsicht Abhänge werden als sehr steil, exponiert, luftig oder als bedrohlicher Abgrund wahrgenommen. |
„Das überlebst du wahrscheinlich nicht!“ Schwerste Verletzungen oder Todesfolge sind wahrscheinlich. |
bei mehreren/langen Abschnitten schwierig |
Die Ausgesetztheitskarte zeigt nur einen Bestandteil einer umfassenden Klassifizierung von Wander- und Bergwegen - die Ausgesetztheit - wie sie von Weg-Geometrien und DGMs abgeleitet werden kann. Die technische Schwierigkeit und vorhandene Einbauten werden im Modell nicht berücksichtigt.
Modelllimitierung
Die Qualität der Ausgesetztheitskarte hängt direkt von der Qualität der verwendeten Input-Daten ab. Artefakte im Digitalen Geländemodell (DGM) oder ungenaue bzw. veraltete Weg-Geometrien wirken sich unmittelbar auf das Ergebnis des Modells aus.
Das Modell berücksichtigt folgende Punkte nicht bzw. hat folgende Limitierung:
- Wegbreite und Wegbeschaffenheit werden nicht berücksichtigt
- Vegetation/Bewuchs wird nicht berücksichtigt
- Einbauten, wie Stahlseilversicherungen, Zäune, Brücken, Steig- und Tritthilfen, werden nicht berücksichtigt
- Inputdaten (Weg-Geometrien und DGMs) werden im Modell nicht verändert bzw. angepasst
- Momentan keine automatisierte Aktualisierung des Ergebnisses