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Welchen Wert hat das Projekt Woipertouringer?

Der Verein Netzwerk Naturraum Brixental möchte sich vorab bei allen Teilnehmern dieser sehr aussagekräftigen Studie bedanken! Durch eure Mithilfe können wir unser Service weiter verbessern und allen Naturnutzern eine nachhaltige und naturverträgliche Nutzung unseres Lebensraumes gewährleisten.

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Statistik zur Anzahl der durchgeführten Skitouren im Befragungszeitraum (Projekt Woipertouringer)

Evaluierung des Projektes Woipertouringer
Im Auftrag von: Verein Netzwerk Naturraum Brixental
Eine Studie von Mag. Andreas Aschaber M.Sc. und Mag.a Michaela Rizzolli, Bakk., Universität Innsbruck

Zur Evaluierung des Projektes wurden verschiedene wissenschaftliche Methoden angewandt. In einem ersten Schritt wurden tirolweit Experteninterviews mit Experten aus alpinen Vereinen, der Naturparkverwaltung, des Skiverbandes, des öffentlichen Dienstes, der Jagd- und Forstwirtschaft geführt. Im zweiten Schritt wurde ein Pilotfragebogen für Schneeschuh- und Tourengeher entwickelt und an unterschiedlichen Standorten in der Region Brixental aufgelegt. Aus dem Pilotfragebogen ging ein Online-Fragebogen hervor, der im In- und Ausland von 210 Wintersportlern ausgefüllt wurde. Im dritten Schritt wurden drei Fokusgruppen mit Repräsentanten unterschiedlicher sozialer Gruppen (Jagd- und Forstwirtschaft, Tourismus, Gemeindeverwaltung und Vereinen) aus der Region Brixental geführt.

Die Ergebnisse der Evaluierung lassen sich wie folgt zusammenfassen:Das Projekt Woipertouringer wird mehrheitlich als etwas Positives wahrgenommen, als ein Schritt in die richtige Richtung, um die Belastung auf die Natur zu reduzieren und ein Zusammenleben zwischen Wintersportlern, Tieren und der Natur zu fördern. Für knappe 90% der Befragten, die das Projekt Woipertouringer kennen, ist das Projekt eine gute Idee. Nur für eine Minderheit von 3% aller Befragten wird Woipertouringer als Einschränkung auf Tour wahrgenommen. In den Fokusgruppen und Experteninterviews wird besonders die Kooperation der unterschiedlichen Stakeholder gelobt.

Woipertouringer weist einen hohen Bekanntheitsgrad auf. 47% der Befragten geben an das Logo des Woipertouringers zu kennen. Ein Drittel davon konnten konkrete Maßnahmen des Projektes nennen. Die Aufgliederung des Bekanntheitsgrades nach Altersgruppen zeigt, dass rund 60 Prozent der Altersgruppe der 31-50jährigen das Projekt kennen. Die Personen die Woipertouringer kennen, haben vorrangig durch die Informationstafeln an unterschiedlichen Standorten in der Region Brixental, durch Printmedien und durch Karten wie z.B. die Woipertouringerkarte vom Projekt erfahren.

Bezüglich der Wirksamkeit des Projektes lässt sich festhalten, dass 29% der Befragten die Woipertouringer kennen angaben, dass sich ihr Verhalten durch Woipertouringer verändert habe. Bei weiteren 33% blieb das Verhalten unverändert. Aus den Fokusgruppen ging hervor, dass die Repräsentanten unterschiedlicher sozialer Gruppen eine zunehmende Akzeptanz des Projektes bei der einheimischen Bevölkerung wahrnehmen. Ihrer Beobachtung nach hat eine Veränderung seit dem Woipertouringer stattgefunden: die Mehrheit der Skitourengeher lässt sich lenken, vermeidet Sperrgebiete, hält sich an die eingezeichneten Aufstiegs- und Abstiegsspuren und nutzt die zur Verfügung gestellte Infrastruktur.

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Ein LVS-Checkpoint, bestehend aus einem Schild und einem hölzerenen Unterstands mit einer Gebietskarte.

Zudem hat sich gezeigt, dass sich sowohl die Skitourengeher und Schneeschuhwanderer, die Experten sowie die Repräsentanten unterschiedlicher sozialer Gruppen für eine vermehrte Öffentlichkeitsarbeit aussprechen. Aufklärung statt Bestrafung soll dabei die Devise bleiben.

Experten weisen in den Interviews darauf hin, dass meist Unwissenheit und keine Absicht bei Missachtung von Sperrgebieten und Wildruhezonen dahintersteckt. Immerhin kennen 74% der nichtansässigen Skitourengeher im Brixental das Projekt Woipertouringer nicht, wie aus dem Pilotfragebogen hervorging. Die Befragten geben an sich mehr Information zu Woipertouringer in Printmedien, sozialen Netzwerken wie Facebook und im Internet zu wünschen.

In allen Fokusgruppen wird die Notwendigkeit betont das Projekt Woipertouringer fortzuführen. Es hat sich gezeigt, dass es nicht darum gehen kann über den Sinn oder Unsinn des Projektes zu diskutieren. Für die Repräsentanten unterschiedlicher sozialer Gruppen ist es wichtig konkret darüber nachzudenken wie es in Zukunft weitergeht und wohin es gehen soll. Die Notwendigkeit des Woipertouringers wird in allen drei Fokusgruppen damit begründet, dass die Tendenz steigend sei: Immer mehr Menschen bewegen sich ihrer Meinung nach in der freien Natur. Dieser Trend, diese Massen machen Maßnahmen unumgänglich. Für mehr als 80% der Befragten die Woipertouringer kennen erfüllt das Projekt eine wichtige Aufgabe für den Naturschutz. Es geht klar aus der Befragung hervor, dass die Wintersportler das Naturerlebnis und die Unberührtheit der Natur suchen und die Natur sowie die Wildtiere als etwas Schützenswertes betrachten.

Knappe 80% der Befragten die Woipertouringer kennen sprechen sich für eine Ausdehnung des Projektes auf andere Regionen aus. Aus den Fokusgruppen geht ebenfalls hervor, dass sich die TeilnehmerInnen dafür aussprechen das Projekt Woipertouringer auf andere Gebiete auszuweiten, weil sie das Projekt als ´Meilenstein Österreichs` wahrnehmen. Woipertouringer sollte dabei als Vorbild und Vorzeigeprojekt dienen.

Alle Erkenntnisse zum Projekt möchten wir nachstehend öffentlich zugänglich machen:

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