Panoramabild der tief verschneiten Kalkkögel, einer stark zerklüfteten Bergkette. © Land Tirol, Klaus Pietersteiner

Ski- und Freerideregion Axamer Lizum

Die Skitourenregion um die Axamer Lizum hat eine lange Tradition. Der Fotscher Express, von der Skihütte des Innsbrucker Skiklubs in der Fotsch bis zum Gasthof Lärchenhof in Mutters, war schon für die Generation unserer (Groß)eltern ein Begriff. Heute sind die Kalkkögel Dank Liftunterstützung leicht erreichbar und haben sich vom Geheimtipp zum Spielplatz der Innsbrucker Freerideszene entwickelt. Teile des Gebietes liegen im Ruhegebiet Kalkkögel. Hier sollte ein besonders achtsamer Umgang mit der Natur selbstverständlich sein.

 

Schutzgüter

Nach den Grundsätzen des „Tiroler Ski- und Snowboardtourenkonzeptes“ gibt es verschiedene Schutzgüter, für die entsprechende Schutzzonen ausgewiesen werden können. Der lokale Arbeitskreis in der Projektregion Axamer Lizum hat sich 2021 auf elf solcher Flächen für

geeinigt, welche von WintersportlerInnen nicht betreten bzw. befahren werden sollen!

Die Schutzzonen befinden sich in besonders geeigneten Lebensräumen und Wintereinständen der Wildtiere. Ihre Positionen, Formen und Größen basieren auf den Erfahrungen der lokalen Jägerschaft, sowie wildökologischen Modellierungen und stellen meist einen Kompromiss mit etablierten Auf- und Abfahrtsrouten von WintersportlerInnen dar.

Digitale Karte

Alle relevanten Informationen für die digitale Tourenplanung.

Wir bemühen uns Informationen über Wald- und Wildschutzzonen in den digitalen Karten der gängigen Tourenportale zu integrieren. Häufig dient die OpenStreetMap (OSM) als Kartengrundlage der verschiedenen Outdoor-Apps. In der OSM sind die Schutzzonen ab einer gewissen Zoomstufe verfügbar.

Tipp:
Das Land Tirol bietet mit TirisMobile für WintersportlerInnen ein tolles Werkzeug zur Tourenplanung! Alle Schutzzonen für Wald und Wild, die wir im Arbeitskreis vereinbart haben, gibt's hier.

 

Beschilderung

Schutzzonen werden im Gelände nur an Stellen ausgeschildert, wo ein unmittelbarer Kontakt zu einer Skitour besteht. Auch die Richtungspfeile, die ein Umgehen/Umfahren ermöglichen, werden nur sehr sparsam eingesetzt. Die Beschilderung beschränkt sich generell auf den Bereich unterhalb der Baumgrenze.

Die Richtungsschilder bedeuten nicht, dass die vorgeschlagenen Routen vor Lawinen und anderen Naturgefahren gesichert sind. Diese Beurteilung liegt in der Eigenverantwortung der SkibergsteigerInnen.

Freeride-Eldorado

Die Axamer Lizum ist ein wahres Freeride-Eldorado, besonders weil ein großer Teil des Skigebietes über der Waldgrenze liegt und der Zustieg zu den spektakulären Lines in den Kalkkögeln durch die Hoadlbahn verkürzt wird.

Besonders folgende Bereiche sollten aus Respekt gegenüber Wald und Wild nicht befahren werden:

Wald mit zahlreichen Aufforstungsflächen entlang der Rodelbahn zwischen Schafalm und Pleisenhütte und zwischen Herren- und Damenabfahrt.

Unzählige kleine Holzpflöcke sollen die jungen Bäumchen schützen und sind bei geringer normaler Schneelage eigentlich unübersehbar. Aber auch wenn etwas mehr Schnee liegt, ist die Gefahr die Bäume mit den Skikanten zu verletzen sehr groß. Und abgesehen davon, dass Skifahren zwischen den eng stehenden Pflöcken ohnehin nicht viel Spaß macht, ist das Skifahren in Wiederbewaldungsflächen mit einem Bewuchs unter 3 m gesetzlich verboten!

Hänge nördlich und nordöstlich vom Axamer Kögele: Die sogenannten Lahnstriche, insbesondere die "Dunkle Riese" 

Abgesehen von der häufig ungünstigen Lawinensituation bei der Einfahrt in die "Dunkle Riese" befindet sich hier ein sehr guter Lebensraum für Birk- und Schneehuhn. Besonders Birkhühner sind schlechte Flieger, flüchten nach dem Aufscheuchen viele Höhenmeter nach unten und kämpfen sich anschließend zu Fuß wieder durch den Schnee nach oben. Das kostet den Tieren enorm viel – und mitunter ihre letzte – Energie.

 

Abfahrt vom Hoadl ins Senderstal und zur Kemater Alm

Auch in den weiten Westhängen vom Hoadl fühlt sich das Birkhuhn im Bereich der Waldgrenze besonders wohl. In den letzten Jahren nahm die Anzahl der AbfahrerInnen in diesem Bereich aber enorm zu und die Tiere werden dadurch oft aufgescheucht. Bitte verzichtet auf die Abfahrt in norwestlicher Richtung und, wenn doch, bleibt im schmalen Korridor hinunter in den Graben westlich vom Pleisenjöchl!

Bei der Abfahrt vom Hoadl zur Kemater Alm bitte von Anfang an in Fahrtrichtung links (Richtung Süden) halten, um die Waldränder zu meiden. Am besten erst am Hoadlsattel von der Skipiste nach Westen abzweigen!

Bei allen Abfahrten gilt es natürlich eigenverantwortlich die Lawinengefahr zu beachten! Das Mitführen und die Kenntnis der entsprechenden Ausrüstung für die Rettung anderer sollte selbstverständlich sein.

Der Arbeitskreis "Skitourenregion Axamer Lizum"

Beim Tiroler Ski- und Snowboardtourenkonzept ist es uns ein besonderes Anliegen, dass alle Akteure gleichberechtigt bei allen Maßnahmen mitreden und ihre Anliegen vertreten dürfen. Im Arbeitskreis Axamer Lizum ist uns das bisher gut gelungen und wir hoffen, dass durch die Vielfalt der Akteure auch alle Interessen ausgewogen berücksichtigt wurden.

Im Arbeitskreis vertreten sind:

  • Gemeinde Axams, Birgitz und Grinzens
  • Grundeigentümer
  • Alpenverein, lokale Tourengeher
  • Bergrettung Axams und & Lawinenkommision
  • Tourismusverband
  • Freeride Division
  • Jägerschaft
  • Forstbehörde
  • Land Tirol

Kontakt:

Klaus Pietersteiner

Land Tirol - Abteilung Waldschutz

Bürgerstr. 36, 6020 Innsbruck

klaus.pietersteiner@tirol.gv.at

Tel.: +43 512 508 4605

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